Bärlauch – die Saison ist eröffnet!

Endlich, die Bärlauchsaison ist in der ersten Märzwoche gestartet. Ein Grund mehr mit der Familie in den Wald zu gehen.
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Eine gute Stunde haben wir im Wald zu dritt fleißig frischen, wilden Bärlauch gepflückt. Foto © Bernd Löber

Bärlauch (Allium ursinum) ist sehr gesund und sehr schmackhaft. Von etwa Anfang März bis Mitte April gehen wir deshalb nahezu wöchentlich in den Dünnwalder Wald, um ihn dort zu pflücken. Bärlauch gilt als sehr gesundes Wildkraut und wird manchmal sogar als „wilder Knoblauch“ oder „Frühlings-Detox-Kraut“ bezeichnet. Den Geschmack würde ich tatsächlich als „knoblauchähnlich“ bezeichnen, allerdings viel weniger aufdringlich und milder.

Wie verzehren wir die gesunden Bärlauchblätter?

Oft schon direkt während wir sie auf dem Feld pflücken. Natürlich achten wir darauf, essbare Wildpflanzen möglichst abseits der Wege zu sammeln. Vieles lässt sich jedoch auch ganz unkompliziert roh genießen – frisch gepflückt und ohne aufwendige Zubereitung.

Das Bärlauchfeld in Köln, Dünnwald ist etwa ein halbes Fußballfeld groß. Foto © Bernd Löber

Unter anderem schneiden wir sie einfach klein, um sie dann in Salate oder auf selbstgemachte Pizzen zu streuen – eine wunderbare Geschmacksvertärkung. Etwas aufwendiger, aber schlichtweg genial, ist es, aus den frisch gepflückten Bärlauchblättern eine Bärlauchpesto zu machen. Das Rezept dafür haben wir von Gaz Oakley, einem veganen Spitzenkoch aus Wales, GB. Also legen wir mal los:“

Wilder Knoblauch Pesto (nach Gaz Oakley):

Zutaten:

    • 2 große Handvoll Bärlauch

    • 70 g / 1/2 Tasse geröstete Haselnüsse

    • 3 EL Hanfsamen

    • 3 EL Kürbiskerne

    • 3 TB Nährhefe

    • Schale & Saft einer Zitrone

    • 120 ml / 1/2 Tasse extra natives Olivenöl

    • 1 TL Miso-Paste

    • Prise Meersalz & Pfeffer

Bärlauchblätter waschen und trocknen. Die gerösteten Haselnüsse, Hanfsamen und Kürbiskerne in eine Küchenmaschine geben; verrühren, bis sie fein gehackt sind. Füge Bärlauch und Nährhefe hinzu und vermische das Ganze dann gut. Die Schale und den Saft der Zitrone, Olivenöl und die Misopaste hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Passe das Gewürz bei Bedarf an. Wir zum Beispiel würzen eher etwas kräftiger. Das Pesto in ein Glas geben, die Oberfläche mit einer dünnen Schicht Olivenöl bedecken, um die Frische zu bewahren, und dicht versiegeln. Das Pesto hält sich bis zu einer Woche im Kühlschrank oder kann bis zu drei Monate eingefroren werden. Hinweis: Wir haben noch nicht getestet, wie das Bärlauchpesto aus der Tiefkühltruhe schmeckt – wird dieses Jahr nachgeholt:)

 

Unser Fazit.

Wir haben das Rezept bereits im letzten Jahr mehrfach probiert. Die Zutaten und die Zubereitung der Bärlauchpaste ist recht einfach, das Geschmackserlebnis ist schlichtweg genial! Schau doch unbedingt mal auf Gaz Oakleys Website vorbei oder kauft eines seiner tollen Bücher. Wir haben alle und sind sehr dankbar für sehr geniale vegane Kochrezepte.

Bärlauch sammeln – Hygiene & Umwelt

Hygiene beim Pflücken:

  • Nur saubere, unversehrte Blätter sammeln, vergilbte oder beschädigte Blätter meiden

  • Direkt nach dem Pflücken waschen – kurz in kaltem Wasser abspülen, trocken tupfen

  • Saubere Hände und Werkzeuge verwenden – Messer oder Schere vorher reinigen

  • Aufbewahrung: im Kühlschrank in Box oder leicht feuchtem Küchenpapier, maximal 1 Woche frisch; Pesto oder gehackten Bärlauch einfrieren für längere Haltbarkeit

Nachhaltigkeit & Umwelt:

  • Nicht alles pflücken: nur so viel, wie ihr wirklich braucht; 1/3 der Pflanzen stehen lassen

  • Abseits der Wege sammeln: Straßenrandpflanzen können verschmutzt sein

  • Boden und andere Pflanzen schonen: nur Blätter pflücken, Wurzeln unversehrt lassen

  • Rücksicht auf Flora & Fauna: kleine Flächen unberührt lassen, Wildtiere nutzen die Blätter ebenfalls

Sicherheit:

  • Verwechslungsgefahr beachten: Bärlauch kann giftige Pflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose ähneln

  • Frischer Knoblauchgeruch beim Zerreiben hilft beim Erkennen

Weitere Tipps:

  • Morgens sammeln: frischer und aromatischer

  • Nur frische Blätter nutzen: welkende Blätter verlieren Geschmack und Nährstoffe

  • Werkzeuge griffbereit: kleine Schere, Sammelkorb oder Stoffbeutel (kein Plastik)

Wie gesund ist frischer Bärlauch?

Inhaltsstoffe:
Bärlauch ist reich an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, darunter Vitamin C, Vitamin A, Eisen, Magnesium, Kalium sowie schwefelhaltige Verbindungen wie Allicin.

Wirkungen auf den Körper:

  • Herz und Gefäße: kann die Durchblutung unterstützen und den Blutdruck regulieren

  • Antibakteriell: wirkt ähnlich wie Knoblauch gegen bestimmte Bakterien

  • Verdauungsfördernd: regt Magen und Darm an

  • Immunsystem stärkend: dank Vitamin C und sekundärer Pflanzenstoffe

  • Entgiftend: traditionell in Frühjahrskuren eingesetzt

Anwendung:
Am gesündesten ist Bärlauch roh. Du kannst ihn zum Beispiel verwenden:

  • im Pesto

  • im Salat

  • in Quark oder Kräuterbutter

  • fein geschnitten über Kartoffeln oder Gemüse

  • Tipp: Beim Kochen gehen viele Wirkstoffe verloren – daher am besten frisch genießen.

 


Ganz frisch gepfückt und natürlich die wichtigste Zutat für unser Bärlauchpesto nach Gaz Oakley